“games müssen billiger werden!”
“nein, spiele müssen teurer werden!” - sage ich. in einer freibiergesellschaft, die durch die kostenlos-mentalität des internets und den coolness-faktor des raubkopierens verzogen ist, kommt diese aussage natürlich moderner ketzerei gleich. ab auf den scheiterhaufen mit mir! ich dreckiger ausbeuter-kapitalist!
oh, ich lebe ja noch. dann kann ich ja meinen standpunkt erläutern?!
der deutschen liebling, das auto, wird jedes jahr teurer. für einen audi legt man gerne mehr auf den tresen als für einen skoda. und für metalliclackierung, getränkehalter und spoiler zahlen wir gerne extra. alles kein problem, da so über jahrzehnte gelernt. und man versteht, dass die entwicklung eines autos teuer ist und viele innovationen den preis eben nach oben treiben. und dann gibt es ja noch steigende inflation, mehrwertsteuererhöhungen, ökosteuer undsoweiter.
und wie sieht es bei games aus? seit jahren stagnieren die preise, ja, sie fallen sogar! schaut doch mal in die verstaubten magazine auf eurem dachboden. da seht ihr, dass früher spiele bis zu 150 d-markt (was mit heutigen 150 euro gleichzusetzen ist) gekostet haben.
was zahlt man aber in heutiger zeit für ein normales pc-game? der vk liegt bei 45 euro, aber für 35-39 euro wird’s dann verscherbelt. auch die gewünschet hochpreispolitik von blizzard zu starcraft 2 hat nicht gefruchtet. statt für 59 euro ging es am releasetag doch für unter 40 euro weg!.
aber warum macht die spieleindustrie das mit? weil sie keine umsatzeinbusen und marktanteile riskieren will!
und warum sehen wir gamer es nicht endlich ein, dass unser hobby viel zu billig ist? weil wir von der ich-krieg-alles-irgendwo-biller-bis-umsonst-mentalität verwöhnt sind!
ich will jetzt nicht auf dem ausgelutschten argument herumreiten, dass ein kinobesuch heute zirka 25 euro kostet (kinokarte + parkhausgebühr + futtereien), man aber nur für wenige stunden unterhalten wird - aber das argument stimmt! selbst das einfachste singleplayerspiel bietet ein besseres preis/leistungs-verhältnis! ganz zu schweigen von epen wie mass effect, k.o.t.o.r. oder zeitlosen mehrspieler-hits wie unreal tournament und modern warfare, die man jahrelang mit viel gaudi zocken kann. und das, obwohl man nur einmal dafür bezahlt hat.
betrachten wir mal das development: spiele von heute bieten optik und unterhaltung auf hollywood-niveau. um diese zu entwickeln bedarf es ein heer an kreativen spezialisten, dazu kommen noch sündteure hard- und software, nachvertonungen mit professionellen sprechern, große marketing-aktionen undsoweiterundsofort. 20-30 millionen budget sind da schnell verballert. und damit ist ja nicht schluss: dazu kommen noch foren, die betreut werden, updates, die programmiert, und server für ranglisten, die betrieben werden müssen. ein geldgrab.
und was machen wir gamer? wir schreien nach niedrigeren preisen, wir undankbaren säcke! und wenn wir sie nicht bekommen, dann saugen wir uns alles illegal aus dem netz, schimpfen auf die blöden publisher-abzocker und vergnügen uns jahrelang mit dem produkt, dass durch den verkauf hunderte kreative köpfe ernähren sollte. am schluss ist der entwickler pleite und das geschrei der gamer wieder groß (siehe “blöde abzocker-publisher”).
deswegen fordere ich: angepasste preise für games! hoch mit ihnen!
ps: ich hoffe, durch diese aussage provoziere ich eine rege diskussion. ich freue mich darauf!
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kommentare 2
Erstmal dazu: http://tinyurl.com/3axdcbp
habe ich als kind mehrere tausend stunden spass mit gehabt… der preis bei starcraft II hat mich echt gewundert. für den abotitel wow haben sie ja auch 40€ genommen.
die publisher investieren hier viel geld und die investition muss wieder reinkommen. wie juergen schon geschrieben hat, ist man da schon im budgetbereich großer hollywood produktionen angekommen. das sieht man aber auch an den spielen, wie bei red dead redemption. das spiel ist gut produziert und wirklich stimmig. allerdings ist die frage, wie hoch der marketinganteil bei den 100 mio. kosten ist.
eigentlich bin ich dafür, das die preise erstmal so bleiben wie sie sind. das realeinkommen des deutschen bürgers sinkt, und die kids sollen auch in der lage sein, sich mal ein spiel kaufen zu können. nach einiger zeit werden die titel automatisch günstiger, über die platin reihe zum beispiel. eigentlich zahlt nur derjenige viel, der am ersten tag, bzw. den ersten monat kauft. und ich gehöre zu der abteilung, die sich nochmal für einen aufpreis die limitedcollectorsblablaedition kaufen.
es ist hier ein luxusproblem. alles kann, nichts muss. wer das geld nicht hat, kauft sich ein spiel halt nicht, aber mir wäre es auch ganz lieb, wenn das rumgeheule über den Preis dann aufhört. diese illegale kopiererei ist keine lösung. man kann sich in der videothek auch games ausleihen und für kleines geld spielen.
geschrieben am 30 Jul 2010 um 11:04 ¶ehrlich gesagt sehe ich auch den schnellen preisverfall als kritisch an. dadurch verlieren games ihre wertigkeit! nur wenige schaffen es, das verramschen zu vermeiden. so sind die sims weiterhin auf hohem preisniveau zu haben, den verkäufen schadet das aber nicht.
zumal: wenn der preis ständig fällt - wann ist dann der richtige zeitpunkt zum kaufen? man hat doch ständig das gefühl, zu viel gezahlt zu haben.
geschrieben am 30 Jul 2010 um 20:36 ¶